Wichtige Fakten rund um die Mietkaution

Andreas Hermsdorf / pixelio.de

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Wer sich eine Wohnung mieten möchte, kommt nicht um die Zahlung einer Mietkaution herum. Sie ist ein beträchtlicher Posten, der neben den Renovierungskosten und Neuanschaffungen von Möbeln das vorhandene Budget deutlich schmälert. Denn die gewünschte Kaution des Vermieters beträgt drei Kaltmieten. Die Betriebskosten bleiben dabei unberücksichtigt. Diese können sowohl aus Vorauszahlung oder als Pauschale vereinbart werden. Ist im Mietvertrag allerdings eine Pauschalmiete vereinbart, wird diese Summe auch für die Berechnung der Kaution zugrundegelegt. Dieses ist sogar im § 551 Abs. 1 BGB festgelegt.

Wie gestaltet sich die Hinterlegung der Mietkaution?

Vermieter bevorzugen vielfach die sogenannte Barkaution. Dabei erhält der Vermieter vom Mieter die vereinbarte Mietkaution in bar. Alternativ kann der Mieter die Summe auch auf das Konto des Vermieters überweisen. Der Mieter hat aber das Recht, die vereinbarte Kaution in drei Raten zu zahlen, selbst wenn im Mietvertrag etwas anderes vereinbart wurde. Die erste Teilzahlung der Kaution wird erst mit dem Beginn des Mietverhältnisses fällig. Wird bei der Kautionszahlung eine andere Kautionsform gewählt, müssen Vermieter und Mieter dieses separat ausdrücklich festlegen. Eine übliche Kautionsform ist die Anlage des bereitgestellten Geldes auf einem gemeinsamen Sparbuch mit Sperrvermerk. Zudem kann aber auch ein Sparbuch des Mieters mit der Kaution dem Vermieter verpfändet oder eine Bankbürgschaft genutzt werden.

Kautionsformen

Kaution mit 3 Monatsraten und Bürgschaft

Wenn die Zahlung der Kaution in drei Monaten vereinbart wurde, kann zudem als Sicherheit eine Bürgschaft hinterlegt werden. Diese kann beispielsweise von den Eltern übernommen, wenn etwa eine Studentenwohnung angemietet werden soll. Zudem werden von Banken oder Versicherungen Bürgschaften bereitgestellt.

Jahresrate anstelle der Einmalzahlung der Kaution

Es besteht auch die Möglichkeit für den Mieter einen Privatkredit aufzunehmen und diesen als Kaution zu nutzen. Dafür werden spezielle Kautionskredite von den Banken angeboten. In der Regel verbirgt sich dahinter auch eine Bürgschaft, wodurch sich der Finanzdienstleister dazu verpflichtet, dem Vermieter die Kaution auszuzahlen, wenn diese fällig wird. Dem Mieter wird für diese Art von Kredit eine Jahresgebühr in Höhe von 5 Prozent der Summe berechnet. Sollte die Kaution tatsächlich eingefordert werden, begleicht zunächst der Finanzdienstleister die Summe, die vom Mieter zurückgefordert wird.

Die Entscheidung, welche Kautionsform die richtig ist, hängt von den jeweiligen Möglichkeiten, den aktuellen Kreditzinsen und der Priorität ab. Auf jeden Fall sollten die Möglichkeiten der unterschiedlichen Kautionsformen vorab mit dem Vermieter besprochen werden.

Was geschieht mit der Kaution?

Der Vermieter ist dazu verpflichtet, die ihm überlassene Kaution auf einem Konto anzulegen, dass von seinem Privatvermögen getrennt ist. Dieses bedeutet, dass er ein Sonderkonto für die erhaltenen Kautionen bereitstellen muss. Gemäß der Gesetzgebung ist der Vermieter dazu verpflichtet, die Kaution zu verzinsen. Dieser Zinssatz muss sich nach dem üblichen Zinssatz für Guthaben richten und über eine dreimonatige Kündigungsfrist verfügen. Die Zinsen, die über den Mietzeitraum anfallen, stehen dem Mieter in voller Höhe zu.

Die Kaution wird nach Auszug des Mieters in voller Höhe zurückgezahlt, wenn vom Vermieter keine Ansprüche geltend gemacht werden. Sind abweichende Vereinbarungen zum Nachteil des Mieters vereinbart worden, wie beispielsweise das längere Zurückhalten der Kaution, sind diese nicht zulässig und damit gegenstandslos. Sollte die Mietkaution den tatsächlichen Betrag von drei Monatskaltmieten übersteigen, kann der Mieter die Differenz zurückverlangen.

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