Wenn der Vermieter die Wohnung kündigt

Helene Souza / pixelio.de

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Mitunter kommt es vor, dass ein Vermieter seinem Mieter die Wohnung kündigt. Schnell macht sich Hilflosigkeit breit, da damit nicht gerechnet wurde. Doch einem Mieter, der pünktlich den Mietzins zahlt und sich sonst auch nichts zu Schulden kommen lässt, kann nicht so einfach gekündigt werden. Allerdings gibt es einige Fälle, in denen der Vermieter die Kündigung aussprechen kann. Dagegen können Sie sich aber zur Wehr setzen. Im Folgenden finden Sie viele Informationen.

Wann darf durch den Vermieter eine Kündigung ausgesprochen werden?

Damit die Kündigung rechtskräftig ist, muss der Vermieter einen Kündigungsgrund vorweisen, der rechtlich anerkannt wird. Ist dieses nicht der Fall, ist die Kündigung unzulässig und damit gegenstandslos. Die Kündigung für ein Wohnraum-Mietverhältnis kann nur dann ausgesprochen werden, wenn der Vermieter ein sogenanntes berechtigtes Interesse an der Kündigung hat. Die Kündigung muss beim Mieter in Schriftform eingehen und eine Begründung enthalten. Kündigungen per e-Mail, Fax oder mündlich sind unwirksam. Wenn eine Kündigung ausgesprochen wird, muss der Vermieter die Kündigungsfristen berücksichtigen. Diese beruhen auf der bisherigen Dauer des Mietverhältnisses. In Standardmietverträgen sind diese Kündigungsfristen aufgeführt.

Aus welchen Gründen kann der Vermieter den Wohnraum kündigen?

Ein wichtiger Punkt für die Kündigung des Mietverhältnisses kann die schuldhafte Vertragsverletzung durch den Mieter sein. Dieses bezieht sich beispielsweise darauf, wenn der Mieter den Mietzins ständig verspätet oder gar nicht erst zahlt. Wenn dieses der Fall ist, hat der Vermieter sogar das Recht dem Mieter fristlos zu kündigen.

Dem Mieter kann der Wohnraum auch gekündigt werden, wenn der Vermieter Eigenbedarf anmeldet und ein Familienmitglied oder Angehöriger in die Wohnung einziehen soll. Die Gründe für eine Eigenbedarfskündigung müssen aber nachvollziehbar sein. Zudem muss der Vermieter diese Kündigung auch begründen. Verfügt der Vermieter über eine weitere Wohnung, die zurzeit nicht vermietet ist, muss er diese innerhalb der Kündigunsfrist dem Mieter anbieten. Ist die Eigenbedarfskündigung unter Vortäuschung falscher Tatsachen erfolgt, kann der Mieter Schadensersatz sowie einen erneuten Einzug in die Wohnung fordern, falls diese bis dahin noch frei ist. Zudem werden in diesem Fall die Kosten, die der Mieter durch Umzug, Renovierung und Mietdifferenz hat, durch den Vermieter erstattet.

Ein rechtmäßiger Kündigungsgrund ist die Verwertungskündigung, die gemäß § 573 Abs. 2 Nr. 3 BGB geregelt ist. Die Verwertungskündigung beruht darauf, dass eine Fortsetzung des Mietverhältnisses aus angemessener, wirtschaftlicher Verwertung der Wohnung nicht mehr gegeben ist und dem Vermieter Nachteile entstehen. Dieses gilt beispielsweise bei sanierungsbedürftigen, maroden Gebäuden, die zu Gunsten eines Neubaus weichen müssen. Wenn dieses der Fall ist, sollte sich auf jeden Fall anwaltlicher Rat eingeholt werden.

Bei Wohnungskündigung schnellstmöglich Widerspruch einlegen

Ist der Mieter mit der Kündigung durch den Vermieter nicht einverstanden, hat er das Recht Widerspruch einzulegen. Der Widerspruch muss schriftlich erfolgen und das Verlangen auf Fortsetzung des Mietverhältnisses enthalten. Eine Begründung muss nicht geschrieben werden. Sollte der Vermieter aber nach einer Begründung fragen, sollten Sie ihm die Gründe des Widerspruchs benennen. Für den Widerspruch gelten wichtige Fristen. Daher sollten Sie spätestens zwei Monate vor Beendigung des Mietverhältnisses Widerspruch einlegen.

Ein Widerspruch sollte eingelegt werden, wenn ein Härtegrad vorliegt. Ein Härtegrad ist beispielsweise, wenn kein passender, adäquater Wohnraum in der Zeit gefunden wird. Unter Härtegrad fällt auch das Alter und die Gesundheit des Mieters.

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